
Ich weiß nicht, ob man ein bisschen verrückt sein muss, um
eine Stadt zu lieben. Aber ich liebe
Dresden! Mit welchem Feingeist diese Stadt
errichtet wurde, wie viel Kunst in ihr verborgen liegt. Und was
gehört zu einer Liebe? Richtig, Liebeskummer. Den bereiten mir
all diejenigen, die es nicht schaffen, auf dem schmalen Grat zwischen
Verbundenheit zu den Wurzeln und dem Blick zum Neuen zu bestehen. Ich
liebe den Kompromiss zwischen Bewahrung und Vision. Wer sich der
Bewahrung verweigert zerstört seine Wurzeln. Wer sich der Erneuerung
verweigert verspielt seine Zukunft. Beides ist wichtig.

Ich selbst wohne in der
Inneren Neustadt, einem Viertel mit großer
zusammenhängender Barockbebauung in der
Königstraße. Ab 22.00 Uhr gehört
mein Herz allerdings der
Äußeren Neustadt. Kneipen, junge Leute
und Leben ohne Ende. Alles, was das Herz begehrt!
"Dresden ist uns lebendig wiedergegeben worden,
eine herzliche Freundin, arbeitsam und gastfreundlich."
Oblesse Couti, Präsident der Provinz Venedig, 1985
anläßlich der Wiedereröffnung der Semperoper.