Wer zusammen lebt, soll auch zusammen feiern. Und je exzessiver das
Leben ist, um so exzessiver ist das Feiern. Dass die Dresdner Neustadt
kein Stadtteil wie jeder andere ist, wird kein Kenner bestreiten:
vielfältig, ein wenig ausgeflippt, ausgesprochen liebenswert. Um
das nach außen zu tragen gab es im Jahr 1990 die erste
"Bunte Republik Neustadt" als Stadtteilfest und wurde
jährlich am 2. Juniwochenende wiederholt. Veranstalter
wechselten, die Stadt verhielt sich bis 2001 wenig unterstützend,
an manchen Tagen gab es Party pur, an anderen Tagen machten Krawalle
und daraus folgende Polizeieinsätze Schlagzeilen. Mit dem Ziel,
für 2002 eine gewaltfreie BRN zu organisieren und
Bürgerschaft, Veranstalter, Stadt und Polizei zu vernetzen, haben
sich erstmals alle Beteiligten zusammengefunden. Nicht, dass dann
alles auf Anhieb perfekt geklappt hätte, aber wenn dieser Dialog
Standard bleibt, führen Toleranz und Akzeptanz zu weniger
verletzten Polizisten, weniger Schäden bei Unbeteiligten und zu
Party ohne Stress.