Der Beruf

Meisterkoch Es ist gut, wenn man was Richtiges gelernt hat. Etwas was immer Bestand hat. Und essen wird man immer. Also wurde ich Koch. Allerdings sind Lehrjahre keine Herrenjahre und so durfte ich als damals 62 kg leichte Schmalbrust zur Belustigung der Anwesenden regelmäßig Rindervorder- und -hinterviertel sowie halbe Schweine durch die Küche zur Fleischerei wuchten. Zugegeben war ich schon damals eher Theoretiker als Praktiker, nur hätte es dem Gast nur bedingt genützt, wenn ich das Schwein lediglich gedanklich zerlegt und zubereitet hätte.
Dank der Theorie aber schloss ich meine Lehre vorzeitig ab. Schließlich gelang es mir, die Ausbilder mit Kurzvorträgen zur Anomalie des Wassers oder dem Zitronensäurezyklus, nicht zuletzt aber durch eine Hausarbeit zur Fleischreifung in den Zustand fachlicher Entzückung zu treiben. Leider sind Köche aber keine Theoretiker und so hatte ich schon lange anderes im Auge. Adieu Schweinehälfte! Du wogst zu stark auf meinen schmalen Schultern. Ciao, Gewürze! Euch konnte ich nie auseinander halten. Good by, Töpfe! Euch musste ich immer scheuern, wenn mir wieder was angebrannt war.
Griller Stichwort: Rouladen

Als Kind habe ich die in Rouladen eingerollten dicken Speckfetzen und Zwiebelklötze gehasst. Den Appetit verderbend und gänzlich unästhetisch dümpelten sie nach dem Aufrollen des Fleisches nutzlos während der gesamten Mahlzeit am Tellerrand umher. Ein Tipp meines Meisters: Den Speck, die Zwiebel, die saure Gurke oder andere Zutaten fein würfeln und gleichmäßig auf das Fleisch streichen. Würzen, zusammenrollen, braten, köcheln lassen. Speck und Zwiebel zerkochen und geben dem Fleisch einen gleichmäßigen Geschmack. Roulade pur - ohne Abfall!